großes Jubiläum wird um ein Jahr verschoben

Das Festwochenende war für Juni geplant, musste nun jedoch aufgrund der Corona-Verordnung abgesagt werden. Die Stadtmusik beschloss kurzerhand: Wir feiern ein Jahr später, aber genauso groß.

Fotoshooting für das Jubiläumswochenende – das nun um ein Jahr geschoben wird – der Stadtmusik Zell | Foto: FOTOSTUDIO GABRIELE DECKER 

In der Schwanenstadt sollte das Jahr ganz im Zeichen der Stadtmusik Zell stehen, galt es doch das 175-jährige Bestehen gebührend zu feiern. Aufgrund der Corona-Pandemie muss das große Festwochenende nun allerdings abgesagt werden. Die Verantwortlichen haben jedoch bereits einen neuen Termin ausgemacht: Vom 18. bis 20. Juni 2021 steigt das Festwochenende, "dann wird eben 175 plus 1 gefeiert", so Vorstand Karl Martin Welte.


Der Entschluss, das große Festwochenende, das in diesem Jahr vom 26. bis 28. Juni hätte stattfinden sollen, um ein Jahr zu schieben, sei nicht erst diese Woche gefallen, als von der Bundesregierung das Verbot für Großveranstaltungen bis Ende August ausgesprochen wurde. Bereits vor vier Wochen haben Welte und Vorstandskollege Philipp Kaiser über einen Ersatztermin nachgedacht. "Wir wollen das Festwochenende auf jeden Fall durchführen, die Planungen sind schon zu weit fortgeschritten", betont Welte. Eine abgespeckte Version, die unter großen Sicherheitsauflagen in diesem Jahr vielleicht noch möglich wäre, komme für die Stadtmusik aber nicht in Frage. "Es herrscht eine große Unsicherheit in der Bevölkerung", sagt Welte, diese werde noch eine ganze Weile bestehen bleiben. Zudem gehe es um den Schutz der Besucher und der Musiker – alleine 1600 Musiker wurden zu dem Festwochenende erwartet.

Der Besuch der Partnervereine ist wichtig


So soll das Jubiläum der Stadtmusik Zell in gleicher Form gefeiert werden – nur eben ein Jahr später. Derzeit werde geklärt, ob das Konzert der Tiroler Spitzenformation "Viera Blech", das auf Freitagabend geplant war, auch 2021 stattfinden kann. Am Samstag soll dann das Dreiländerkonzert mit den Partnervereinen aus Italien, Filarmonica di Borgofranco, und der Schweiz, Feldmusik Zell/Luzern, folgen. Und am Sonntag steigt das große Verbandsmusikfest. Der Stadtmusik war besonders der Besuch der Partnervereine wichtig. Auch auf diesen hätte man bei einer abgespeckten Form verzichten müssen, weiß doch niemand, wie lange die Grenzen noch dicht sind beziehungsweise wie lange die Ausgangsbeschränkungen in Italien und Schweiz anhalten.


Als Nächstes soll nun auch ein Ersatztermin für das für Ende April geplante Jugendwochenende gefunden werden, welches ebenfalls im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten hätte stattfinden sollen. "Es wäre schön, wenn wir auch dieses im kommenden Jahr nachholen könnten", sagt Kaiser. Die Jugendarbeit sei ein wichtiger Bestandteil der Stadtmusik Zell, ergänzt Welte. Das Jugendorchester bestehe mittlerweile aus mehr als 30 Mitgliedern. Die Jugend werde indes auch weiterhin unterrichtet – per Videotelefonie, um sie "bei der Stange zu halten". Dies funktioniere recht gut, bilanziert Kaiser, und die Jugendlichen seien nach wie vor motiviert.

Die Proben der Erwachsenen ruhen komplett


Für die Erwachsenen indes ruht der Probenbetrieb komplett. "Wir vermissen die Musik und die Proben", sagt Welte. Die letzte Stunde habe am 12. März stattgefunden. Seither versuchen die Mitglieder für sich zu spielen und zu üben, Kaiser erzählt, dass er sich zu Hause ein kleines Tonstudio eingerichtet habe. Jeder versuche das Beste aus der Situation zu machen, "aber so etwas hat es noch nie gegeben", so Kaiser.

Vielleicht könne man in einiger Zeit – wenn es die Auflagen wieder zulassen – zumindest mit Registerproben anfangen. Ein Register bestünde in der Regel aus fünf bis zehn Musikern. "Aber wann das möglich sein wird, steht in den Sternen", sagt Welte. Genauso das Dreistädtekonzert am 17. Oktober mit den Stadtmusiken aus Schönau und Todtnau. An diesem Termin halte man derzeit noch fest.

Ein Gönner spendierte vier nagelneue Pauken


Und einen Hoffnungsschimmer gibt es sogar in der Krise: Ein Aktivmitglied – der Gönner möchte namentlich nicht erwähnt werden – hat dem Verein vier nagelneue Pauken spendiert. Die alten Pauken seien 40 Jahre alt und schwer zu stimmen gewesen. Das neue Equipment hätte sich der Verein allerdings nicht leisten können. Umso größer die Freude über die neuen modernen Pedalpauken. Sie stehen bereits im Probelokal "und warten darauf, gespielt zu werden", sagt Welte.

 

[Quelle: BZ vom 18.04.2020]

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